Mittelfränkische Wehrkirchen: 
St. Georgskirche Wendelstein

Ein kostbares Werk ist der Dreikönigsaltar aus der Werkstatt
Hans Süß von Kulmbach. Das Werk wurde 1510 geschaffen 
und kam vermutlich über das Heilig-Geist-Spital in die Kirche,
wo es links vor dem Chor aufgestellt wurde. Bei den 
Umbauten im letzten Jh. wurde der Altar als Hauptaltar in den
Chorraum gebracht. Die Predella  zeigt  im  geschlossenen 
Zustand der Flügel die Halbfiguren Mariens und Christi. Die 
Innenseiten der Flügel stellen die Verkündigung an Maria und 
die Beschneidung Christi dar. Der Predellaschrein zeigt als 
geschnitztes und gefasstes Dreiviertel-Relief die Geburt Jesu.

Nach Restaurierung und Wiederaufbau hier   mehr.......
   >>  Einweihung: 6. Mai 2001 <<

St. Georgskirche Wendelstein

Als erste Kirche in der jetzigen politischen Gemeinde ist sie auch von ihren Abmessungen die größte. An der höchsten Stelle im alten Siedlungskern erhebt sie sich mit kräftigen Wehrmauern über dem Tal der Schwarzach. Die Schutzmauern umschließen auch den die Kirche umgebenden Friedhof, mit einigen noch erhaltenen Barockgrabsteinen und einigen größeren Grabanlagen großer Familien des 19. und 20. Jh. 

So wie sich Pfarrei und Gericht Wendelstein in ihren Grenzen überdeckten, da sie aus der Verwaltungseinheit des königlichen Hofs entstanden, so dürfte die Kirche ihre Gründung auch in einer im 11. Jh. aus Holz erbauten Kapelle des Hofes haben. 

Nach Aussage eines 1351 am Hofe de Papstes in Avignon erwirkten Ablassbriefes dürfte der erste größer Kirchenbau entstanden sein. Im 15. Jh. wurde die Kirche im Osten durch einen neuen, größeren Chor erweitert. 1449. brannten Söldner des Markgrafen die Kirche nieder. Das heutige Aussehen bekam das Gotteshaus, nach verschiedenen vorher erfolgten Renovierungen 1882 durch den Bau des neugotischen spitzen Turmes. 

Betritt man die Kirche im Süden durch die kräftige Tür mit ihren schmiedeeisernen Bändern, blickt man in das flachgedeckte  Langhaus,  welcher nach Westen durch den lichten Chor mit seinen Rippengewölben abgeschlossen wird. Links und rechts der Kirchenraumes sind hölzerne Emporen eingebaut. 
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Der Tisch des Altares, aus Sandstein mit gotischem Maßwerk, war vermutlich der frühere Sarkophag der seliggesprochenen Achahildis, der Stifterin des Gotteshauses. Der Altartisch trägt heute ein Kruzifix aus dem 16. Jh. 

In die linke und rechte Wand des Chores ist ein Chorgestühl aus dem 15. Jh. eingelassen. Sehenswert im Chor sind neben dem Sakramentshäuschen die figurellen Darstellungen von Christus als Schmerzensmann, einem Leuchterengel, sowie Moses und Aron.

Die  Fenster  im  Chor  beinhalten Darstellungen von Dr. Martin Luther und Philip Melanchthon, sowie die Wappen von Nürnberger Patrizierfamilien wie die der Geuder, Tucher, Ayrer, Pfinzing, Groß u. a. 
 Auf der Rückseite der Predelis wird das Schweißtuch der Veronika mit zwei knieenden Engeln dargestellt. Auf den beiden Altarflügeln sind die Heiligen Sebastian und Christophorus und Andreas und Antonius der Eremit zu sehen. Der geöffnete Altar stellt in geschnitzter Ausführung die Anbetung der Könige und auf den Flügelinnenseiten die Heiligen Lorenz und Sebald dar. Auf der Rückseite des Altarschreins sind Szenen des Jüngsten Gerichts aufgemalt. 

Durch eine Stiftung wurde es 1999/2000 möglich, das Kunstwerk zu restaurieren, um es der Nachwelt gut zu erhalten. Anfang 2001 wird der Altar wieder aufgestellt. 
Im Westen der Kirche findet man neben dem Turm die ,,Kapelle". Sie war Grabkapelle der Kirchenstifterin Achahildis. Der Raum besitzt ein Sterngewölbe mit den Wappen der Patrizier Schalter, Haller, Koler, Rummel und Pirckheimer. 
 

Aus   dem Buch "Gemeinsam unterwegs Kirchen und Pfarreien im Landkreis Roth und in der Stadt Schwabach" ISBN: 3-922575-16-1

Aus der Orts- und Kirchengeschichte

Der Aufbau einer Machtstruktur der Franken im Bayerischen Nordgau dürfte auch für die Besiedlung und Kirchenorganisation im Raum Wendelstein von Bedeutung gewesen sein. Der zentrale Ort Wendelstein war königlicher Hof in welchem auch das spätere Gericht Wendelstein seinen Ursprung hatte. Der Ort Röthenbach entstand aus Zeidelgütern im Reichswald. Auch Kleinschwarzenlohe war eine Siedlung im Reichswald, während sich die anderen Orte aus bäuerlichen Ansiedlungen entwickelten.

Die Wasserkraft der Schwarzach wurde in allen Orten, besonders im Industriedorf Sorg, ausgenützt und war wichtig für die Entwicklung der Orte um Wendelstein. Die Schwarzach war Jahrhunderte lang auch politische Grenze der einzelnen Gerichtsbezirke und Pfarreien.

Die fürstliche Macht lag in den einzelnen Orten beim Markgrafen von Ansbach oder der Freien Reichsstadt Nürnberg. So war z.B. Wendelstein zu drei Vierteln nürnbergisch und zu einem Viertel markgräflich.

Die heute bestehenden Pfarreien entwickelten sich aus den Urpfarreien Schwabach/Katzwang und Altdorf/Rasch. Eine Ausnahme bildete die Pfarrei Wendelstein, welche aus einer Eigenkirche des königlichen Beamten auf dem Gründungshof oberhalb der Schwarzach entstanden sein dürfte. So bildeten früher die Schwarzach (südlich) und der Hembach (nördlich) deckungsgleich mit dem Gericht die Grenze der Pfarrei. Die Nachbarpfarreien  Kornburg Leerstetten und Katzwang sind Töchter von Schwabach und Alfdort. Kornburg wurde um 1300 selbständig und ihre Tochter Röthenbach  wurde 1478 eigene Pfarrei.
1895 wurde nach der Reformation der erste katholische  Gottesdienst in Wendelstein gefeiert. Durch die Waldkatastrophe "Kiefernspannerfraß" waren  fast  5000 Waldarbeiter aus dem Bayerischen Wald in den Raum chwabach-Nürnberg- Allersberg gekommen. Zu dieser Zeit gehörten die Katholiken zur Pfarrei Schwabach, drei Jahre später aber zu Feucht 1922 wurde in Wendelstein eine Nebenstelle der Pfarrei Feucht eingerichtet, und 1954 wurde aus dieser Expositur eine eigene Pfarrei.
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Die Arche in Großschwarzenlohe

ist Kirche und Gemeinderaum für die zweite Pfarrstelle in Großschwarzenlohe. In der Arche werden neben den Sonntagsgottesdiensten halbjährlich wechselnd mit der katholischen Kirche in Wendelstein einmal im Monat ökumenische Andachten gehalten.
 

Achahildis

oder wie sie der Volksmund nennt: ,,die heilig Frau Atzin" stammt vermutlich aus dem Hause der vom Reich eingesetzten Verwalter in Wendelstein. Sie stiftete das Gotteshaus, welches mit vielen Gütern um Wendelstein ausgestattet wunde.
Die Stiftungen und der fromme Rat dieser Frau verbreiteten sich sehr weit, so dass bald nach ihrem Tode Wallfahrten zu ihrem Grab einsetzten.
Am 29.10.1447 wurden auf Befehl des Bischofs Joh. von Elch ihre Gebeine zur Verehrung ,,erhoben", d. h. in einem Steinsarg über der Erde beigesetzt. Auf dem Grabmal stand:
,,hye liegt begraben dye heylig Fraw Sanct Afzin styfterin diß goftzhaus". Achahildis erfreute sich im Volk großer Verehrung. Weder der große Kirchenbrand 1449 noch die Reformation konnten ihre Verehrung ganz auslöschen.
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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Wendelstein. Pfarramt 1. Pfarrstelle: Hauptstraße 25
90530 Wendelstein Tel.: 09129/2865-21 mit regelmäßigen Gottesdiensten
2. Pfarrstelle: Erlenstraße 28 90530 Wst.-Großschwarzenlohe Tel.: 09129/3340

Katholische Pfarrei St. Nikolaus
mit regelmäßigen Gottesdiensten Ptarramt Sperbersioher Straße 6 90530 Wendelstein 09129/4245

Katholische Pfarrei Maria Königin, für Kleinschwarzenlohe Pfarramt Seckendorfstraße 4 90455 Nürnberg