Unterschlauersbach
Der Apostel Andreas          Die Evang.-Luth. Filialkirche St. Andreas liegt am nördlichen Ortsrand im ummauerten Friedhof über dem Schlauersbachtal. 1124 wird der Ort und die Kirche erstmals urkundlich als "Slurspach" genannt. Es muß also in dieser Zeit schon eine Kirche bestanden haben. Von der heutigen Chorturmkirche gehen das Langhaus und die Turmuntergeschosse in das 14. Jh. zurück. Die Fachwerk-
geschosse erhielt der Turm nach 1720. 
        Eine Kostarkeit ist der um 1500 entstandene Flügelaltar. Im Schrein sitzend, der Apostel und Kirchenpatron Andreas. Auf den Flügeln Reliefs der Muttergottes und des hl. Kilian. Im geschlossenen Zustand vier Bilder aus dem Leben des hl. Andreas. 
        Die Gemälde an der geschlossenen Predella zeigen die Hl. Katharina, Kunigunde, Brigitte und Barbara. Im Predellenschrein drei Kugeln auf Kissen, die in Augenform bemalt sind und als Kugelreliquiare angesehen werden. 
        Von der spätmittelalterlichen Kirchhofsmauer sind noch große Teile bis zu 2 m Höhe erhalten. Eine überwölbte Durchfahrt ist der Rest eines ehemaligen Torhauses. 
        Obwohl das Dorf erstmals im 12. Jh. erwähnt wurde, ist es als -bach- Ort viel älter Der frühere Ortsname lautete "Niedern-Slursbach". 
Unterschlauersbach gehört zur Gemeinde 90613 Großhabersdorf.
Früher Marktgemeinde. Marktrecht besteht weiterhin.

Sch1üssel zur Kirche: Fam. G. Striebel, neben der Kirche.
Aus dem Buch "Fränkische Wehrkirchen im Rangau und Knoblauchsland" v. Edmund Zöller - Dieter Dietrich; Seehars Verlag  ISBN 3-927598-11-9



Anmerkungen:

Mein Urgroßvater Michael Sperber war ab 1872 Mesner in Unterschlauersbach, ebenso mein Großvater Johann Sperber und mein Vater Peter Gebhardt.

Mein Großvater erzählte mir beim 11-Uhr-Läuten, die drei Kugeln bedeuten die drei Erdteile (im frühen Mittelalter waren nur 3 bekannt). Von jedem Erdteil stammt so eine bemalte Lehmkugel. Sicher die ältesten Bestandteile des steinernen Altars.
In Richtung Hornsegen verläuft der Bartholomäus-Weg ("Bartlmesser-Weg"). Da sollen die Leute zur Bartholomäus-Messe nach Oberreichenbach gegangen sein. Heute verläuftdie Straße anders.
Meine Mutter erzählte (von ihrer Großmutter), daß die Nachbarorte Hornsegen und Oberreichenbach im 30jährigen Krieg niedergebrannt und geplündert worden sein sollen. Unterschlauersbach haben sie übersehen, weil es in einem Talkessel liegt. Soweit die mündliche Überlieferung.
 

eMail: J. Gebhardt       Link: www.unterschlauersbach.de 
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