90613 Großhabersdorf |
Die Evang.-Luth.
Pfarrkirche St. Walburg liegt erhöht über dem Ort in beherrschender
Lage im ummauertem Friedhof. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch
den hohen und spitzen Kirchturm. Im Mittelalter war sie eine Eigenkirche
der Bischöfe von Eichstätt. In einer Urkunde des Bischofs Konrad
wird sie 1169/70 erstmals als "aecclesia nostra Hadewartesdorf" genannt.
Zu dieser Zeit dürfte ein kleines romanisches Kirchlein gestanden
haben.
Die ältesten Teile des bestehenden Kirchengebäudes sind die drei unteren Turmgeschosse und der Chor aus dem 14. Jahrhundert. Die links und rechts des Turmes ursprünglich aus Holz gefertigten Treppenhäuser wurden 1909/10 mit festem Mauerwerk errichtet. Das Langhaus wurde wahrscheinlich im 15. Jh. neu erbaut. Beachtenswert sind die am Chor angebrachten rätselhaften Steingebilde. In eines der Chorfenster ist ein Kurzifix in die Maßwerkfüllung eingearbeitet. 1726/28 erfolgte die Barockisierung der Kirche und 1797 wurden die schadhaften Scharwachttürmchen am Turm abgetragen. Der im östlichen Winkel der Sakristei befindliche Ölberg stammt aus der Zeit um 1500. Die Innenausstattung ist für eine Dorfkirche beachtenswert. Die Fresken im Chor entstanden in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Dargestellt sind die vier Evangelistensymbole und das Lamm Gottes. Die hervorragenden Glasgemälde der Chorfenster aus dem späten 14. Jh. zählen zu den ältesten in Franken. Sie zeigen Christus auf dem Regenbogen als Weltenrichter und eine Verkündigungsszene. Die Bilder der Hl. Barbara und Walburga sind in der 1. Hälfte des 15. Jh. entstanden. |
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Das Altarblatt zwischen zwei gedrehten Säulen zeigt die Auferstehung
Christi (1727/28). Zu dieser Zeit wurden fünf der aus dem Spätmittelalter
vorhandenen Altäre entfemt. Die Assistenzfiguren der Kreuzgruppe auf
dem Altar sind aus der Zeit um 1500. Die über dem Altar stehende Orgel
mit ihrem dreiteiligen Prospekt wurde ebenfalls 1727/28 gefertigt.
Von der Friedhofsmauer stammt der untere und vor allem der nordöstliche Teil aus dem Spätmittelalter. Das Tor des ehemaligen nördlichen Torhauses wurde 1922 zu einer Kriegergedächtnisstätte für die im 1. Weltkrieg gefallenen Dorfbewohner umgestaltet. Für die im II. Weltkrieg Gefallenen schließt sich nebenan ein modem gehaltenes Kriegerdenkmal an. Großhabersdorf, der größte Ort an der Bibert, hat neben der ehemals befestigten Pfarrkirche sehr interessante Fachwerkhäuser aufzuweisen. Als Beispiel besonders guter Handwerksarbeit sei nur auf das Gasthaus zum Roten Roß von 1697 und auf das Gasthaus zum Löwen aus dem 8. Jh., beide mit reichem Fachwerk, hingewiesen. Mehrere Dorfbrunnen verschönern das Dorfbild. |