Sonntag Estomihi 2009, St. Georg/Arche
Predigttext Markus 8, 34 – 38
Von der Nachfolge
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.
34 Und Jesus rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein
Kreuz auf sich und folge mir nach. 35 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und
um des Evangeliums willen, der wird's erhalten. 36 Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner
Seele Schaden? 37 Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? 38 Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt
unter diesem abtrünnigen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der
Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
Liebe Gemeinde, liebe Leut,
der Faschingssonntag, der ist heut'.
vor der Fastenzeit lässt
man es noch mal krachen,
da will man noch mal richtig lachen.
Die
Narren ziehen auf den Straßen umher.
und Faschingsfreunde
freu'n sich sehr.
Auch in der Kirch soll’s da was besonders geben,
'ne Predigt
geformt in Reimen eben.
In der Bibel hat das lange Tradition,
denn bei den Psalmen reimte man schon.
auch unsere Lieder
hab’n nen Reim,
und geh’n so besser in den Kopf
hinein.
Ob man von einer gereimten Predigt mehr nimmt mit,
das
entscheiden Sie am Ende selber, liebes Gemeindeglied.
Nun, jede Predigt bezieht sich auf ein Bibelwort,
das steht jeden
Sonntag an einem anderen Ort,
heut steht es bei Markus, Kapitel
acht,
und da wird eigentlich recht wenig gelacht.
Unser
Bibelwort kommt ziemlich ernst daher.
Vom Kreuz, vom Schaden der
Seele und anderem mehr,
und auch von unserem sündigen Wesen
ist da in unserem Abschnitt zu lesen.
Als erstes: Vom Kreuz - hören wir Jesus sagen:
Ein jeder muss
da sein eigenes tragen.
Das Kreuz, das sind die Lasten im
Leben.
Und ein Leben ganz ohne Lasten kann es nicht geben.
Das Kreuz kann sein eine Krankheit vielleicht,
die Not mit dem
Kind, das einem nicht gleicht.
Der einen macht es das Alter
schwer,
die andere leidet am Ehemann sehr.
Dem dritten reicht sein Geld nie aus,
und dem vierten gefällt
es einfach nicht zuhaus.
Dem fünften quält die
Einsamkeit,
dem sechsten ist sein Beruf ein Leid.
Diese Liste könnte man beliebig lang machen,
so viele Dinge
können verderben das Lachen.
Und jeder hat da sein eigenes
Päcklein zu tragen,
und ehrlich gesagt: Da hilft auch kein
Klagen.
Manche Last gehört einfach zum Leben dazu,
die
muss man halt tragen, vielleicht auch du.
Man hat unser Bibelwort freilich auch missverstanden,
auch unter
den Christen in unseren Landen.
So, als ob man sich aufladen muss,
möglichst viele Lasten,
um dann gebückt und krumm dem
Reich Gottes entgegen zu hasten.
Je mehr Lasten, je gebückter,
desto besser der Christ,
doch ich sage euch, dass das nicht die
Wahrheit ist.
Niemand soll sich unnötige Lasten auflegen,
froh sollen wir
gehen auf unseren Wegen.
Das, was uns von Gott gesandt,
ist
genug zu nehmen aus seiner Hand.
Die Wahrheit hat Paulus mal so gesagt:
Gut ist, wenn ihr einander
die Lasten tragt.
Wenn ihr euch beisteht und helft und tut das
gern,
dann erfüllt ihr das Gesetz unseres Herrn.
Das zweite, wenn wir in unserem Bibelwort weitergehen,
wie soll’n
wir das mit der Selbstverleugnung verstehen?
Ich bin ich, du bist
du, alles Kinder des Herrn!
Menschen, die zu sich stehen, die
hätten wir doch gern!
Die Verantwortung tragen, aufrecht
durchs Leben gehen,
und auch mal nen Fehler eingestehen.
Menschen
ohne Courage gibt es viel zu viel,
es kann doch nicht sein, dass
Jesus das von uns haben will.
Sich selber verleugnen, das kann ja nur heißen:
nicht immer
nur um sich selber kreisen.
Nicht denken, ich bin der Nabel der
Welt,
ich bin der einzige, der wirklich zählt.
Sondern
sich einordnen in den Lauf der Zeit.
Wer sich selbst nicht so
wichtig nimmt, ist genau dazu bereit.
Ein großes Geschenk ist nämlich dem gemacht,
der Humor
hat und über sich selber lacht,
Wer über sich selber
lachen kann,
so jemand ist im Leben wirklich gut dran.
So kann man auch nur den nächsten Vers kapieren:
Wer sein
Leben erhalten will, der wird es verlieren.
Denn darin, liebe
Gemeinde, steckt `ne Weisheit fürs Leben:
Wer nur an sich
selber festhält, der liegt daneben.
Wer aber loslassen kann,
sich andern verschenkt,
wer sich einsetzt und nicht nur an sich
selber denkt,
dessen Leben ist am Ende ein Gewinn,
und findet
im Glauben seinen Sinn.
Als drittes sagt Jesus: Was hilft es, die ganze Welt zu haben,
wenn
man am Ende an seiner Seele nimmt Schaden.
Denn nichts von unserm
Haben können wir geben,
um zu erhalten am Ende das ewige
Leben.
Zur Zeit erleben wir freilich voller Schrecken,
wie gerafft wurde
an aller Welten Ecken.
Da wurden in den Banken Papiere
verkauft,
wo man sich im Nachhinein die Haare rauft.
Die
Händler haben nichts von allem verstanden,
und Dinge
gekauft, die sie gar nicht kannten.
Die Gewinne und Renditen
wurden immer höher gemacht,
und haben schließlich das
ganze System ins Wanken gebracht.
Lottospielen, liebe Gemeinde,
wäre da noch klüger,
da gibt es wenigstens keine
Betrüger.
Mit Kopfschütteln stehen da nun die kleinen
Leute wie wir,
und fragen: Was ist denn das für eine Gier?
Ob die Seele der Gierigen wirklich nimmt Schaden,
ich weiß
es nicht, kann leider es auch nicht erraten.
doch eines weiß
ich: am Ende zählen weder Reichtum noch Geld,
da zählt,
wie viel Liebe gebracht wurde in diese Welt.
Dann kommt es drauf
an, worauf hab ich gebaut,
hab ich im Leben auf Christus vertraut?
Als viertes spricht Jesus auch noch die Sünde an,
an der
niemand vorbeikommen kann.
Nun, das wissen sogar schon die
Kinder,
vor Gott sind wir alle gehörige Sünder.
Und
wer behauptet, er mache nichts verkehrt.
Der gehört mal eines
anderen belehrt.
Denn fehlerfrei ist keiner auf dieser Welt.
Auch wenn einem diese Einsicht nicht gefällt.
Charakter
hat der, der seine Fehler eingesteht
und dann etwas demütiger
über Gottes Erdboden geht.
Das stünde in der Krise auch manchen Banker gut an,
sogar dem
deutschen Oberbanker Herrn Ackermann.
Die Sünde, die in unserem Bibelwort genannt,
ist als Scham am
Evangelium bekannt.
Das gab es damals schon wie auch heut,
dass
man sich des Christseins schämt, anstatt sich freut.
Da wird im Betrieb die Frage gestellt,
wie man es denn mit der
Kirche hält.
Und dann fehlt einem schlicht der Mut,
und
man sagt: Mit der Kirche habe auch ich nichts am Hut.
So was kommt bei den besten Christen vor,
sogar Petrus einst den
Mut verlor,
und bevor der Hahn am Morgen krähte,
er
dreimal seinen Herr verschmähte.
Nun, wer sich Jesus schämt und den Mut verliert,
wird in
unserem Bibelwort hart kritisiert.
Uns bleibt da nur, dennoch auf
Gott zu vertrauen,
und auf seine Barmherzigkeit zu bauen.
Zu
hoffen, dass er uns immer wieder vergibt,
und uns trotz unserer
Fehler liebt.
Denn in einer Welt ohne Barmherzigkeit,
das sag ich euch heute
ganz ernsthaft, liebe Leut,
möchte ich wirklich nicht leben.
Wir müssen einander immer wieder vergeben.
Barmherzigkeit ist’s auch, wenn ich komm jetzt zum
Schluss,
denn eines jeder Prediger beherzigen muss.
Über
alles darf man predigten, im Schlechten und Guten,
aber nur nicht
über 20 Minuten.
Am Faschingssonntag will euch heut also sagen,
ein jeder muss sein
Päcklein tragen,
vergesst dabei trotzdem nicht das Lachen,
und einander die Lasten leichter zu machen.
Verfallt nicht der Gier in dieser Welt,
denn am Ende zählt
die Liebe nicht das Geld.
Bekennt euch mutig zu eurem
Glauben,
lasst ihn euch von niemand rauben.
Und hofft immer
auf Gottes Gnade,
dass euch im Leben nichts und niemand schade.
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen