(hierzu
die Predigt als Tondokument)
Fastenpredigt am Sonntag Estomihi 07.02.210
Predigttext Hebr 4,12+13
Pfarrer Norbert Heinritz, Wendelstein
Gnade sei mit euch
und Friede von Gott,
er schenkt uns
sein heiliges teures Wort,
wir hören auf
ihn in Jeus Namen
sein Geist sei
jetzt bei uns. Amen.
Aus dem Hebräerbrief, Kapitel vier
lesen ich jetzt Vers 12 und 13 hier:
Denn das Wort Gottes ist lebendig und
kräftig und schärfer als jedes zweischneidige
Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark
und Bein,
und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 13 Und kein Geschöpf
ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den
Augen Gottes,
dem wir Rechenschaft geben müssen.
(Hebr 4,12+13)
Liebe Gemeinde, liebe Leute,
um Gottes Wort geht es nun heute.
So haben wir es grad gehört,
schärfer als ein zweischneidiges Schwert
ist es und schneidet Seele und Geist.
Was das nun bedeutet? Was das nun heißt?
Dass Worte scharf sein können, weiß jeder genau,
man höre da nur aufs Wort seiner Frau.
Wenn die einen mal wieder die Wahrheit sagt,
was ein anderer Fremder niemals wagt,
dann fühlt man sich gehörig ertappt,
hat sie doch mal wieder recht gehabt.
Wahrhaben möchte man‘s lieber nicht,
doch sie sagt es einem frei ins Gesicht.
So steht man dann da: bloß und aufgedeckt,
und manch einen hat das schon ziemlich erschreckt.
Mit Gottes Wort kann es einem genauso gehn,
da wird einem dann tief in die innerste Seele gesehn.
Nun - auch an Fasching gibt es manches gepfefferte Wort,
in Veitshöchheim und auch an anderem Ort.
Da wird ausgeteilt und eingeschenkt,
übertrieben, veräppelt, abgelenkt.
Da wird aufgedreht und genarrt
und kein Witz wird ausgespart.
Das kann man mögen – ja - oder auch nicht,
doch bringen diese Worte so manches ans Licht.
Grad wenn man so redet, so zugespitzt,
dann plötzlich die Wahrheit ganz deutlich aufblitzt.
So mancher Politiker hat sich da wohl schon die Haare gerauft
und hätte am liebsten die Eintrittskarte wieder verkauft,
weil er nicht nur gezogen wurde durch den Kakao,
sonders weil’s eben traf die Wahrheit genau.
Die Rede der Narren so manches offenbart,
weil man an der Schärfe der Worte nicht spart.
Dazu gehört freilich immer noch was,
ämlich: das ganze macht ziemlich viel Spaß.
Wir bräuchten uns in der Kirche nicht zu schämen,
wenn wir etwas davon übernähmen;
wenn unsere Predigt hätte mehr Witz
und wäre manchmal mehr zugespitzt.
Denn keiner, der kommt, will hören ein „Gewaaf“,
auch wenn mancher sich freut am Kirchenschlaf.
Doch ich seh‘ schon, heute schläft keiner ein,
und ich hoffe, das wird auch weiter so sein.
Nun - schauen wir unsere Verse noch genauer an,
was man daran so erkennen kann:
lebendig ist es, das Wort des Herrn;
lebendig – gell, das hört man gern.
Weil Gott selber quicklebendig ist
und uns Menschen nicht vergisst.
Weil er uns fordert und mit uns geht
und uns immer wieder zur Seite steht.
Und wir hören, das Wort ist voller Kraft,
weil Gott es ist, der alles schafft.
In seinem Wort liege echte Power
und wer drauf hört, wird fürs Leben schlauer.
Nur zuhören, ja zuhören muss man freilich schon!
Sonst hat man Ende gar nichts davon.
Nicht dass es einem geht wie jenem Konfirmanden,
der hat in der Kirch gepennt und wenig verstanden.
Daheim wird er von der geschiedenen Mutter gefragt,
was hat denn der Pfarrer heute gesagt?
Er antwortet: Um Ehebruch ging’s in der Predigt heut.
Und das wär doch der Menschen größte Freud.
So schnell wird die beste Predigt verdreht,
wenn man nicht aufpasst und nichts versteht.
Zum Antrieb wird einem das Wort dann nie
Aus ist es dann mit Kraft, Power und Energie.
Deshalb pass auf, gibt dir redlich Müh,
dass du mitkommst mit den Worten am Sonntag früh!
Freilich, das ist manchmal gar nicht so leicht,
weil die eine oder andere Predigt einem Irrgarten gleicht,
in den man an Anfang mit Elan rein geht,
bis man nicht weiß, wo einem der Kopf eigentlich steht.
Da fragt man sich, was ist rechts und links und oben und unten.
Und bis zum Amen hat man dann keine Antwort gefunden.
Dem Pfarrer ging es mit Bibelwort oft ganz genau so,
und er ist mit dem Amen dann ebenfalls froh.
Nun - manches macht das Hören von Gottes Wort schwer,
zum Beispiel kommt man mit einem Problem daher,
das beschäftigt einen den ganzen Morgen.
da kann man nicht hinhören vor lauter Sorgen.
Oder der Pfarrer redete einfach zu schnell,
oder die Sonne im Chorraum scheint viel zu hell.
Das Beffchen vom Pfarrer hängt wieder schief
und was kommt vom Vordermann für ein Mief!
Die Konfirmanden rutschen hin und her
und das knartzt in den Kirchenbänken gar sehr.
Oder schlimmer: am Kreuz hängt eine Spinnerweben,
man schaut dauernd hin – schon ist man daneben.
Man denkt sich: ist man auch so verstaubt,
weil man hier ist und an den Jesus glaubt?
Und schon kriegt man nichts mit von Gottes Wort,
denn geistig ist man jetzt meilenweit fort.
Derweil ist so `ne Spinne doch auch Gottes Geschöpf,
so klein und verdreht uns trotzdem die Köpf.
Wenn das schon so eine kleine Spinne kann,
wieviel mehr die großen Dinge dann.
Jesus hat schon recht, wenn er vom Sämann spricht,
der Körner sät und trifft oft die Erde nicht.
Am Weg fressen’s die Vögel auf,
oder es treten die Leute drauf.
Auf den Felsen, da fehlt ihnen das Wasser,
und unter den Dornen geht‘s ihnen noch krasser.
Jesus sagt, genau dieser Boden, das sind wir,
so wie wir alle sitzen hier.
Gottes Wort ist es, das er zu uns spricht.
Doch wie oft trifft es unsere Seele nicht!
Da fressen uns die Sorgen auf.
Unsere Gedanken nehmen ihren Lauf.
Da fehlt uns die Kraft auf Gott zu bauen
und auf sein ewiges Wort zu vertrauen.
Doch manchmal, ja manchmal sind wir auch gutes Land.
Wir fühlen uns dann von Gott richtig erkannt.
Da trifft uns sein Wort wie ein scharfes Skapell,
dringt in uns ein und macht es hier hell.
Zweischneidig freilich, was Gott uns sagt,
nämlich dass er es mit uns schwachen Menschen wagt.
Dass er uns liebt und auf uns baut
und auf uns Christen in dieser Welt vertraut.
Uns aber auch fordert und was von uns will:
dass wir zu Unrecht nicht halten still,
dass wir sogar auf unsere Feinde zugehen,
dass wir uns mit ihnen wieder verstehen,
dass wir die Liebe in dieser Welt vermehren,
und durch unser Tun den Menschen den Frieden lehren.
Nicht dass wir es manchen, wie jener Bub,
er einfach einen andern schlug.
Der Pfarrer hatte es gesehen,
klar, da muss er dazwischen gehen.
Er sagt: In der Bibel steht geschrieben,
du sollst auch deine Feinde lieben.
Der Bub lacht, von der Sonne gebräunt:
Herr Pfarrer, aber das ist mein bester Freund.
Ja, liebe Gemeinde, Ausreden gibt es viel,
wenn man nicht auf Gottes Wort hören will.
Für viele ist das quasi das 11. Gebot:
find `ne gute Ausrede in deiner Not.
Doch am Ende werden wir zur Rechenschaft gezogen.
Dann wird sich zeigen, ob wir Gottes Wort verbogen.
So kommt es auf uns an, was wir draus machen,
ob wir danach leben, oder drüber lachen.
Entscheiden kannst allein das nur du!
Und jetzt lass ich euch mit meinen Reimen in Ruh.
Amen.
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre
unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen.
Pfr. Norbert Heinritz, Wendelstein