Wandelaltar
stammt aus der Werkstatt von Hans Süß –
Vermutlich
im Jahr 1510 für einen Nürnberger Auftraggeber gefertigtVON
BERND ZAOHOW
Es
ist anzunehmen, dass es bereits die 1525 in der Noris eingeführte
Reformation war, die das aufwändige Kultbild aus der Reichsstadt vertrieben
hat. Wie viele gemalte oder geschnitzte Heiligendarstellungen wurde es
wohl als nicht mehr zeitgemäß der lutherischen Lehre
fremdes Objekt aus einer Kirche entfernt und verkauft. Auf die Nürnberger
Herkunft verweisen jedoch nach wie vor die beiden schmalen Altarflügel,
deren ,,Feiertags-Seiten" die Stadtpatrone St. Sebald und St. Laurentius
zeigen.
Dessen
persönlicher Anteil an der Ausführung ist durch die Restaurierung
nun wieder deutlicher erkennbar. Auffällig ist etwa die Ähnlichkeit
des Wendelsteiner Laurentius und der heiligen Katharina auf dem Gedächtnisbild
für Lorenz Tucher in der Nürnberger Sebalduskirche, das als ganz
und gar eigenhändiges Meisterwerk des Hans Süß gilt. Beide
Gemälde zeigen die typische Überlängung der Figuren, die
Weichheit der Gesichter und die leichtmanierierte Handhaltung. Hinweise
auf eine fremde ,,Ausmalung" des meisterlichen Entwurfs sind die nicht
so sensible Farbgebung und die manchmal etwas harte Lineatur der Bilder
des ,,Dreikönigsaltars".
Damit
der gute Zustand des Altars künftig erhalten bleibt, wurde die Kostbarkeit
nicht mehr an ihrem bisherigen Standort im Chor der Georgskirche aufgestellt.
Stattdessen ist das Werk in einer abgeschlossenen Seitenkapelle mit nach
konservatorischen Gesichtspunkten geregeltem Raumklima untergebracht. Mit
der Neuaufstellung ist zudem das ursprünglich vorgesehene Umschreiten
des Altars wieder möglich.