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Nach einer aufwendigen Restaurierung wurde der ,,Dreikönigsaltar“ in der Wendelsteiner St.-Georgs-Kirche neu aufgestellt
Bedeutendes Zeugnis der Malerei in der Dürerzeit 

Wandelaltar stammt aus der Werkstatt von Hans Süß – 

Vermutlich im Jahr 1510 für einen Nürnberger Auftraggeber gefertigtVON BERND ZAOHOW

WENDELSTEIN - Zwölf Jahre lang fristete ein spätmittelalterlicher Wandelaltar ein Schattendasein in einem Lagerraum der evangelischen Gemeinde in Wendelstein (Kreis Roth). Dank der Liechtensteiner Stiftung ,,Projuvis", welche die Kosten einer zweijährigen Restaurierung über nahm, konnte das Kunstwerk jetzt wieder in der dortigen St.-Georgs-Kirche aufgestellt werden. Ursprünglich geschaffen wurde der so genannte ,,Dreikönigsaltar" allerdings höchst wahrscheinlich im Jahr 1510 für einen Nürnberger Auftraggeber.


 

Es ist anzunehmen, dass es bereits die 1525 in der Noris eingeführte Reformation war, die das aufwändige Kultbild aus der Reichsstadt vertrieben hat. Wie viele gemalte oder geschnitzte Heiligendarstellungen wurde es wohl als nicht mehr zeitgemäß der lutherischen Lehre fremdes Objekt aus einer Kirche entfernt und verkauft. Auf die Nürn­berger Herkunft verweisen jedoch nach wie vor die beiden schmalen Altarflügel, deren ,,Feiertags-Seiten" die Stadtpatrone St. Sebald und St. Laurentius zeigen.


 

Weichheit der Gesichter

In dem von Georg Denio begründeten Standardwerk ,,Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler", Ausgabe 1999, sind dem ,,Dreikönigsaltar" knappe drei Zeilen gewidmet Das erscheint arg dürftig, handelt es sich bei den Bildtafeln doch immerhin um gesicherte frühe Arbeiten aus der Werkstatt des berühmten, 1522 in Nürnberg verstorbenen fränkischen Malers Hans Süß von Kulmbach.

Dessen persönlicher Anteil an der Ausführung ist durch die Restaurierung nun wieder deutlicher erkennbar. Auffällig ist etwa die Ähnlichkeit des Wendelsteiner Laurentius und der heiligen Katharina auf dem Gedächtnisbild für Lorenz Tucher in der Nürnberger Sebalduskirche, das als ganz und gar eigenhändiges Meisterwerk des Hans Süß gilt. Beide Gemälde zeigen die typische Überlängung der Figuren, die Weichheit der Gesichter und die leichtmanierierte Handhaltung. Hinweise auf eine fremde ,,Ausmalung" des meisterlichen Entwurfs sind die nicht so sensible Farbgebung und die manchmal etwas harte Lineatur der Bilder des ,,Dreikönigsaltars".


 

Zeugnis der Dürerzeit

Nach Meinung von Landeskonservator Giulio Marano kann das von den Restauratoren Eva Maria und Jürgen Lehmler runderneuerte Werk zu den wichtigsten Zeugnissen der Nürnberger Malerei der Dürerzeit gerechnet werden. Nachdem die Tafeln gereinigt und spätere Veränderungen und Übermalungen beseitigt waren, zeigte sich ein überraschend gut erhaltener originaler Bestand, der nur an wenigen Stellen behutsam retuschiert werden musste.

Damit der gute Zustand des Altars künftig erhalten bleibt, wurde die Kostbarkeit nicht mehr an ihrem bisherigen Standort im Chor der Georgskirche aufgestellt. Stattdessen ist das Werk in einer abgeschlossenen Seitenkapelle mit nach konservatorischen Gesichtspunkten geregeltem Raumklima untergebracht. Mit der Neuaufstellung ist zudem das ursprünglich vorgesehene Umschreiten des Altars wieder möglich.