
Abschied der Kirchengemeinde Wendelstein
von Pfarrer Stanislaus am 4. Februar
2007
(Aus dem Gemeindebrief Nr. 103 März 2007. Hierzu die Abschiedspredigt)
Der Staffelstab des Hirtenamts für diese Gemeinde des HERRN
in Wendelstein wird weitergegeben, zu säen, zu pflanzen, zu
wässern, zu düngen, umzugraben vielleicht, je nach dem, was
an der Zeit ist, im Sinne der Jahreslosung:
"Ich will ein Neues schaffen. Jetzt wächst es auf... " Zitat
aus der Abschiedspredigt
Pfarrer Stanislaus in den Ruhestand verabschiedet
Zum Event wurde die feierliche Verabschiedung, die die evangelische
Kirchengemeinde Wendelstein ihrem langjährigen Seelsorger und
Diakonievorsitzenden, Pfarrer Horst Stanislaus und seiner Frau Roswitha
beim Abschied in den Ruhestand bereitete.
Die Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes, Helga Löhlein konnte zum
Gottesdienst in der überfüllten Georgskirche und zum Empfang
in der TSV-Turnhalle neben den vielen Gemeindegliedern auch eine
große Zahl von Ehrengästen aus den verschiedenen beruflichen
Stationen von Pfarrer Stanislaus begrüßen. Sie erinnerte
schließlich an das Jahr 1994, als der neue Pfarrer nach langen
Jahren als DiakonieManager beim Diakonischen Werk Bayern und bei der
Nürnberger Stadtrnission nach Wendelstein kam, ausgestattet mit
vielfältigen Erfahrungen in Diakonie und Gemeinde.
Der Gottesdienst in der Georgskirche wurde musikalisch gestaltet vom
Kirchenchor unter Leitung von Kantor Stefan Glaßer, vom
Posaunenchor unter Leitung von Georg Volkert und dem Konfirmanden Max
Dimberger, der seinem Pfarrer ein Ständchen spielen wollte.
Zum letzten Mal predigte Pfarrer Stanislaus als Pfarrer der
Wendelsteiner Kirchengemeinde und beschrieb, wie der Ruf Jesu zur
Nachfolge jeden in seinem Alltag erreichen könne.
Stanislaus wörtlich: "Der Ruf erfolgt zum Beispiel, wenn wir etwas
sehen oder hören, Leid anderer etwa. Nachfolge wäre dann der
diakonische Dienst.
Jede Lebenssituation ist ein Ruf, Nachfolge wäre dann, dies als
Ruf Gottes zu erkennen und nach dem Willen Jesu zu fragen." Dekan Klaus
Stiegler erinnerte an den beruflichen Weg von Augsburg bis Wendelstein
und das herausragende Wirken von Pfarrer Stanislaus, dem
Bundespräsident Roman Herzog 1994 in Anerkennung seines Wirkens
das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen hatte. Er entpflichtete den
Geistlichen vom Dienst des 1. Pfarrers von Wendelstein und segnete das
Pfarrersehepaar für den Ruhestand.
War der Gottesdienstbeginn durch ein Spalier und den Gesang der
Kindergartenkinder geprägt, wurde der festliche Auszug der
Geistlichen und der Mitwirkenden des Gottesdienstes durch
pyrotechnische Effekte und ein an die Wand gezeichnetes "..Danke"
aus
bengalischen Lichtern überrascht. Es brachte zum Ausdruck, was die
Besucher des Gottesdienstes ihrem Pfarrer nach 13 Jahren des Dienstes
der Seelsorge und der Verkündigung des Evangeliums, aber auch dem
Vorstand des Diakonievereins sagen wollten.
Beim anschließenden Empfang in der TSV- Turnhalle moderierte
Helga Löhlein einen bunten Reigen von Grüßen, die einen
lebendigen Eindruck des beruflichen Wirkens von Pfarrer Stanislaus
boten, verbunden mit heiteren und besinnlichen Erinnerungen. Margit
Hegwein-Schmitz und Johanna Veeh-Krauß präsentierten launig
die Gülchsheimer Zeit als erste Pfarrstelle. Dekan i. R. Walter
Luithard und das Vorstandsmitglied des Diakonischen Werkes Bayern,
Birgit Löwe, beschrieben Stanislaus als tatkräftigen
Impulsgeber und geschickten Dialogpartner, der es verstand, die
Interessen der Diakonie gegenüber staatlichen Verhandlungspartnern
optimal zu vertreten und der nie aus dem Auge verlor, dass es immer um
das Wohl von Menschen gehen müsse, die der Diakonie anvertraut
worden seien und für sie gute Lebens- und Betreuungsbedingungen
gegeben sein müssen.
Landrat Herbert Eckstein sprach als Gemeindeglied seinen Dank für
die kraftvollen Predigten des scheidenden Pfarrers aus, die ihm
für sein Leben und berufliches Schaffen immer wieder neue Impulse
gaben. Er überreichte ein Geschenk mit Playmobilfiguren, die
Stanislaus für allerlei Tätigkeiten im Ruhestand inspirieren
sollten, denn "der Chefsessel zu Hause ist besetzt", wie Eckstein
augenzwinkernd hinzufügte!
Bürgermeister Wolfgang Kelsch bedankte sich für die
überaus gedeihliche Zusammenarbeit und erinnerte an die Projekte,
die gemeinsam mit der Kirchengemeinde und dem Diakonieverein auf den
Weg gebracht wurden. Sichtlich gerührt nahm er aber auch von
seinem Pfarrer als Seelsorger und Freund Abschied.
Pfarrer Hans Oettl würdigte die wichtigen ökumenischen
Impulse und den verlässlichen Gesprächspartner.
Die Grußworte wurden immer wieder durch musikalische
Beiträge eingerahmt. So musizierten die Sängerriege des TSV
unter Leitung von Maximilian Schreier, der Wendelsteiner Gospelchor
Rainbow-Singers unter Ulrike Licht und das Aufwind-Musikteam, sowie
Annette Gerstner, Violine und Stefan Glaßer, Klavier.
Die Wendelsteiner Urgesteine IGEMA (Interessengemeinschaft Montagabend,
wie Helga Löhlein den auswärtigen Gästen
erläuterte) sorgten mit ihrem Auftritt für Lachsalven und
erinnerten an die Kirchweihauftritte der Pfarrer Stanislaus und Babucke
beim "Flaschner" .
Als Überraschungsgast hatte es sich Klaus Schamberger nicht nehmen
lassen, zum Abschied zu kommen, um als Geschenk "fränkische
Gschichtli" vorzutragen und unermüdlich deutlich zu machen, was es
für ein Abstieg sei, von Wendelstein nach Zirndorf zu ziehen.
Mit Bildern aus der Wendelsteiner Arbeit und Grüßen von
Mitarbeiterinnen aus Diakonie und Gemeinde, wie
Geschäftsführerin Annette Messner, für die
Kindergärten Renate Weinstein und Christine Müller und den
Chor der Jugend konnte Vertrauensfrau Helga Löhlein Helga
Löhlein einen Überblick über die vielfältige Arbeit
des Gemeindepfarrers geben. Sie beschrieb Stanislaus als Pfarrer mit
Leib und Seele, als Heirten, der wusste, wo der Weg hingehen soll, als
Seelsorger, der die Sorgen seiner Gemeindeglieder kannte und immer
gesprächsbereit war, der den vielen ehrenamtlichen Helfern
Wertschätzung und Anerkennung entgegenbrachte. Nicht
unerwähnt ließ sie die baulichen Aktivitäten in der
Amtszeit von Pfarrer Stanislaus, das Pfarrhaus Großschwarzenlohe,
die Renovierung des Kindergartens im Pfarrgarten, die Restaurierung des
Dreikönigsaltars, sowie den Ausbau der diakonischen Arbeit durch
die Übernahme der Betriebsträgerschaft des
Sternen-Kinder-Hauses und die konzeptionelle Neuorientierung des Hauses
der Diakonie.
Groß war die Zahl derer, die bis in die späten Abendstunden
ihre Anerkenung und ihren Dank für die gute Zusammenarbeit zum
Ausdruck bringen wollten.
Zusammenfassend gesagt, es war ein warmherziger und würdiger
Abschied, wie Wolfgang Dinkler schrieb, "für einen
außergewöhnlichen Gemeindeseelsorger, Prediger und
Diakoniemanager, der große Maßstäbe für die
Zukunft gesetzt hat".